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Verstrickt und zugenäht - Regie Walter Weber, Buch Christa Capaul, Katharina Eckhart


Verstrickt10


Fernsehabend mit Happy End
Von Bettina Spoerri - nzz, 23.03.2010

Das Schweizer Fernsehen spiegelt die Wirtschaftskrise in einem neuen Fernsehfilm. Entstanden ist eine Art modernes Märchen. Sein Strickmuster erinnert von ferne an «Die Herbstzeitlosen».

Die jüngste Spielfilmproduktion des Schweizer Fernsehens, unter dem neuen Redaktionsleiter Peter Studhalter entstanden, ist eine Art modernes Märchen. «Verstrickt und zugenäht» (Regie: Walter Weber, Drehbuch: Christa Capaul, Katharina Eckhart) erzählt von einer erfolgreichen Rebellion, bei der die Arbeiterinnen die Produktionsmittel erobern: Eine eigentlich machtlose Fabrikbelegschaft wehrt sich mit Erfindungsreichtum, Mut, List und Glück erfolgreich gegen Umstrukturierung und Wegrationalisierung – um sich schliesslich selbst im Markt zu behaupten.

Situiert ist diese Geschichte vom Sieg der Kleinen über skrupellose Profiteure im abgeschiedenen Glarnerland. Hier scheint die Zeit ein wenig langsamer fortzuschreiten, im Film jedenfalls meint man sich zuweilen in die Mitte oder gar die Anfänge des 20. Jahrhunderts versetzt, in spätfeudale Zustände gar, wenn die Arbeiterinnen – die in Reihenhäuschen wie in der alten Ennenda-Siedlung wohnen – den Weg von der Fabrik zur nahen Fabrikantenvilla unter ihre Füsse nehmen, um sich bei der mit teurem Schmuck behangenen «Aristokratin» (Heidi Maria Glössner als unnahbare Lady) zu beklagen.

Verstrickt und zugenäht

Ein unerschrockenes Trio führt die Arbeiterinnen an: Der Strickerin Lilli (Marie Leuenberger) stehen die Vorarbeiterin Hanni (Sandra Utzinger) und Direktionssekretärin Martha (Emanuela von Frankenberg) zur Seite.

Ein wenig erinnert dieser Spielfilm an das erfolgreiche Strickmuster von Bettina Oberlis «Die Herbstzeitlosen»: Frauen machen sich unabhängig, indem sie sich auf traditionell weibliche Tätigkeiten besinnen; dort wird Unterwäsche genäht, während hier die Strickmaschinen mit Garnrollen bestückt werden. – allerdings bleibt das erotische Potenzial der Socken bescheiden.

Die Komödie, an deren Ende die Bösen bekommen, was sie verdienen, hilft vielleicht den Opfern der gegenwärtigen Wirtschaftskrise, ihre Ohnmacht für ein paar Stunden zu vergessen, indem sie sich mit den triumphierenden Arbeiterinnen identifizieren können. In Wirklichkeit enden solche Kämpfe meist anders.
Bettina Spoerri - nzz 23.03.2010


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